Übersicht

In diesen Tagen werden wieder vielerorts Wiesen und Weiden gemäht – eine gefährliche Zeit für unzählige Wildtiere, die in den Feldern ein vermeintlich sicheres Versteck gefunden haben. Schätzungen zufolge sterben durch die Mähfahrzeuge jährlich mindestens 500.000 Wildtiere – darunter allein 100.000 Rehkitze. Dabei können tausende Tiere vor dem grausamen Tod bewahrt werden, wenn Landwirte entsprechende Schutzvorrichtungen schon frühzeitig einsetzen, so der Deutsche Tierschutzbund. Ebenso ist ein Umdenken in der Landwirtschaft erforderlich: Durch angepasste Mahd haben Wildtiere mehr Chancen, sich aus den Wiesen und Feldern zurückzuziehen. Auch elektronische Hilfsmittel, zum Beispiel sogenannte „Wildretter“ können eingesetzt werden.

Neben Amphibien, Reptilien und unzähligen Insekten fallen vor allem Rehkitze, Junghasen sowie Jungvögel von Bodenbrütern der jährlichen Ernte zum Opfer. Die Gefahr, die von modernen Mähwerkzeugen auf den Feldern ausgeht, können die Tiere nicht abschätzen. Viele Wildtiere haben Felder und Wiesen als Unterschlupf gewählt. Besonders Ricken lassen im vermeintlichen Schutz des hohen Grases ihre Kitze zurück. Die Tiere sind angesichts des plötzlich auftretenden Lärms und dem Näherrücken von landwirtschaftlichen Maschinen hilflos. Geduckt geraten sie unter die scharfen Klingen der Mähmaschinen und erleiden schwere Verletzungen, die oftmals tödlich sind.

Maßnahmen zur Rettung der Wildtiere
Landwirte stehen hier in einer besonderen Verantwortung und sollten frühzeitig entsprechende Maßnahmen vorsehen. Möglichkeiten, um Wildtiere von Wiesen und Feldern zu vertreiben, gibt es viele: große Scheuchen mit blinkenden Bändern, Luftballons und Windräder sowie lautstarke „Wildretter“, die in regelmäßigen Abständen schrille Pfeiftöne erzeugen. Weitere technische Hilfsmittel sind mit Kameras und Infrarotdetektoren ausgestattete ferngesteuerte Fluggeräte, welche helfen können, Tiere aufzuspüren. Zudem besteht die Möglichkeit mit Förstern und Naturschützern oder Jagdpächtern den Zeitpunkt der geplanten Ernte zu koordinieren und dann im Vorfeld bevorzugte Vogelbrutplätze oder Ablageorte der Wildtiere gezielt zu kontrollieren. Wird man fündig, kann das Mähen entweder um einige Tage verschoben werden, bis die Jungtiere fluchtfähig sind, oder die Tiere werden aus der Wiese getragen, für die Zeit des Mähvorgangs gesichert und dann wieder freigelassen. Auch beim Mähen selbst gibt es schonende Möglichkeiten die Leben retten können: schon eine höher eingestellte Schnitthöhe schützt viele duckende Wildtiere. Wenn von innen nach außen gemäht wird, können zumindest einige Tiere fliehen.

Da sich Amphibien bei den milden Temperaturen auf Wanderschaft zu ihren Laichplätzen begeben, bittet der Deutsche Tierschutzbund Auto- und Motorradfahrer um Rücksicht und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Die Tierschützer empfehlen, auf Hinweisschilder zu achten und vor allem in der Dämmerung und nachts auf Strecken mit Amphibienwanderungen nicht schneller als Tempo 30 zu fahren. Ehrenamtliche Helfer, welche Fangzäune aufbauen, die Tiere einsammeln und sicher über die Straßen bringen, leisten überall einen wichtigen Beitrag zum Tier- und Artenschutz.
Millionen Amphibien, darunter Kröten, Frösche und Molche, wandern aktuell von den Winterquartieren zu den Laichgewässern. Auf dem Weg müssen sie oftmals Landstraßen überwinden. Das immer dichter werdende Straßennetz wird vielen wandernden Tieren zum Verhängnis. Gerade bei schnell fahrenden Fahrzeugen gibt es keine Chance für die Tiere – und auch der Fahrer hat keine Chance zu regieren. Unzählige der Amphibien werden deshalb jedes Jahr Opfer des Verkehrs. Auch wenn die Tiere nicht direkt überfahren werden, kann sie der Strömungsdruck der Fahrzeuge töten.
In hohem Maße betroffen sind Frösche und Kröten, insbesondere Erdkröten, die mit steigenden Temperaturen ihre Wanderungen aufnehmen. Sie verlassen meist zeitgleich ihre Winterquartiere, um sich geeignete Gebiete zum Ablaichen zu suchen. Für ein paar Wochen kommt es dann zu sogenannten Massenwanderungen. Während vereinzelt auf Massenwanderungen von Kröten mit der Sperrung besonders betroffener Straßen oder der Errichtung von Krötentunneln oder –brücken reagiert wird, sind andernorts Tierschützer im Einsatz.
Einsatz für den Krötenschutz
Hunderttausende Kröten, Frösche und Molche verdanken ihr Weiterleben und die Chance, für Nachwuchs zu sorgen, den ehrenamtlichen Tierfreunden, die Fangzäune aufstellen, die Tiere einsammeln und sie über die Straße bringen. Wer seinen Teil zum Schutz der Amphibien beitragen möchte, kann sich beispielsweise beim örtlichen Tierschutzverein oder einer Naturschutzgruppe melden, um beim Errichten von Krötenzäunen und der Kontrolle von Zäunen und Auffangeimern zu helfen. Auch Gartenbesitzer können aktiv werden, indem sie den Amphibien mit Komposthaufen, Steinhügeln und Altholzhaufen sichere Schutzquartiere bieten. Ein kleiner Tümpel im Garten bietet Lurchen Laichmöglichkeiten. Tierfreunde sollten Keller und Kellerschächte mit einem Schutzgitter abdichten oder sie regelmäßig auf Lurche kontrollieren, die hinab gestürzt sein könnten.

Pressemeldung

Deutscher Tierschutzbund e.V. (09.10.2012)

 

Der Herbst ist die Zeit, in der sich der Igel für den Winterschlaf rüstet. Viele Tierfreunde sorgen sich häufig um die scheinbar hilflosen Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund warnt jedoch vor gut gemeinter, aber falsch verstandener Igelhilfe. Nur in Ausnahmefällen sind die stacheligen Tiere auf menschliche Hilfe angewiesen. Tierfreunde sollten sich zunächst beim Tierarzt oder dem örtlichen Tierschutzverein informieren, bevor ein Igel möglicherweise vorschnell in Pflege genommen wird. Am besten unterstützt man die Igel mit naturnah gestalteten, gut zugänglichen Gärten, die Nahrung und einen Unterschlupf bieten: Also Gärten mit Buschwerk und Hecken, in denen das Herbstlaub schon mal liegen bleiben darf.   Trifft man in den Herbsttagen einen Igel an, sollte man ihn zunächst nur beobachten. Tagsüber verstecken sich die Tiere in Kompost- oder Reisighaufen, einer Böschung oder einer Hecke. Sie verlassen das Versteck nur zwischen Dämmerungsbeginn und Morgengrauen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Wichtig ist daher, möglichst nicht in das natürliche Umfeld des Igels einzugreifen oder gar Unterschlupfmöglichkeiten zu zerstören. Grundsätzlich haben Igel dort die besten Chancen, den Winter unversehrt zu überstehen. Wirklich hilfsbedürftige Igel sind daran zu erkennen, dass sie tagsüber unterwegs sind, abgemagert erscheinen und sich apathisch verhalten. Auch Igel, die bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke noch herumlaufen, sind meist geschwächt oder krank. Hilfestellungen bieten die örtlichen Tierheime.   Igelfreundlicher Garten   Wer als Gartenbesitzer mehr für die Igel tun möchte, kann das im Herbst anfallende Laub in den Anlagen und auf den Beeten liegen lassen. Dieser natürliche „Mantel“ dient vielen Insekten als Winterquartier. Ein igelgerechter Garten hat darüber hinaus Durchgänge zu anderen Gärten, denn Igel durchstreifen auf ihrer Nahrungssuche große Gebiete. Gartengeräte sollten nur vorsichtig eingesetzt werden. Vor allem die in den letzten Jahren immer beliebter gewordenen Laubsauger und -bläser können eine Gefahr für Igel darstellen: Kleinere Igel können eingesaugt und getötet werden. Außerdem entfernen die Geräte nicht nur Laub, sondern auch Insekten, Würmer und Weichtiere, die dem Igel als Nahrung dienen. Rechen sind demgegenüber die igelfreundlichere Alternativen. So finden die Stachelritter genug Nahrung und können im Laub ein geschütztes warmes Nest anlegen und so den Winter ganz einfach verschlafen.     Weitere Informationen sowie auch die Broschüre „Igelschutz“ zum Download finden Sie unter: www.tierschutzbund.de/igelschutz.html

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

In diesen Tagen werden die meisten Jungkatzen geboren. Der Deutsche Tierschutzbund und die ihm angeschlossenen über 500 Tierheime befürchten auch für 2012 eine „Katzenschwemme“. Für die Tierheime ist diese Situation kaum noch zu bewältigen. Pro Jahr werden mehr als 130.000 Katzen in den Tierheimen aufgenommen, unzählige frei lebende Katzen an Futterstellen betreut. Eine Umfrage unter den Tierheimen belegt, dass die Vermittlung von Katzen, besonders von älteren Tieren, schwieriger wird. In der Folge steigen die Verweildauer der Tiere in den Tierheimen und die damit verbunden Kosten. Um die unkontrollierte Vermehrung von Katzen zu verhindern, appelliert der Verband daher an alle Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Das hilft auch, die wachsende Zahl an frei lebenden Katzen zu begrenzen. Denn letztlich stammen diese Tiere von unkastrierten Katzen aus Privathaushalten ab.
Katzen können im Jahr zwei bis drei Mal jeweils vier bis sechs Junge bekommen, wenn sie nicht kastriert sind. Das Schicksal vieler neugeborener Kätzchen ist ungewiss. Sowohl die Nachkommen von Katzen aus dem Privathaushalt als auch die von frei lebenden Katzen landen oftmals im Tierheim. Da die Vermittlungschancen von Katzen laut einer Umfrage in den Tierheimen gesunken sind und sich die Verweildauer der Katzen dadurch erhöht hat, wurde 2010 ein trauriger Höchststand an Katzen in deutschen Tierheimen erreicht.
„Um die immer größer werdende Population frei lebender Katzen dauerhaft kontrollieren und das damit verbundene Katzenelend beenden zu können, ist die Kastration der einzige Weg. Das gilt für die frei lebenden, aber im Besonderen auch für Hauskatzen mit Freigang“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und: „Bund, Land, aber auch die Kommunen müssen sich ihrer Verantwortung stellen“. Der Verband hat Bundesministerin Ilse Aigner den Entwurf einer    Katzenschutzverordnung    übermittelt.    Ziel:    Verbindliche Regelungen für die Haltung und den Umgang mit Katzen sowie eine Kastrationspflicht als Instrument gegen die ungewollte Vermehrung. Zudem unterstützt der Verband seine Mitgliedsvereine bei den Aktivitäten auf Landes- und kommunaler Ebene.
Neben der Kastration rät der Deutsche Tierschutzbund auch dringend dazu, jede Katze eindeutig mit einem Mikrochip zu kennzeichnen und beim    Deutschen    Haustierregister    (www.registrier-dein-tier.de) kostenfrei eintragen zu lassen. Nur so kann das Tier bei Verlust eindeutig identifiziert und dem Besitzer zurückgeführt werden.

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbundes e.V. vom 12.05.2011

Gerade jetzt in den Frühlingsmonaten können in Parkanlagen und im Wald oder aber im eigenen Garten Jungtiere heimischer Tierarten beobachtet werden. Der Deutsche Tierschutzbund weist jedoch darauf hin, dass dieser tierische Nachwuchs nur selten die Hilfe des Menschen benötigt. In Zweifelsfällen sollte fachkundiger Rat eingeholt werden, denn eine unnötige Aufnahme schadet dem Tier. Der    Deutsche    Tierschutzbund,    aber    auch    die    örtlichen Mitgliedsvereine, können beraten.
Wer ein Jungtier findet, sollte es zunächst nicht anfassen, sondern nur in einem ausreichenden Abstand beobachten. In der Regel findet das Junge wieder zur Mutter – oder umgekehrt. Der überwiegende Teil der gefundenen Jungtiere benötigt keine menschliche Hilfe, sondern ist in der Natur besser aufgehoben. Nackte Jungvögel, die aus dem Nest gefallen sind, sollten allerdings zurückgesetzt werden.
Befiederte Jungvögel, die noch nicht fliegen können, aber am Straßenrand herumhüpfen, können vorsichtig an einen sicheren Ort in der Nähe gebracht werden – beispielsweise ein abseits der Straße gelegenes Gebüsch. Dabei ist darauf zu achten, dass der Jungvogel in direkter Nähe zum Fundort bleibt. Vögel stören sich nicht am menschlichen Geruch, so dass die Jungtiere nach dem Umsetzen weiter von Alttieren versorgt werden. Auch bei den meisten Säugetieren stellt der menschliche Geruch keinen Grund für die Elterntiere dar, die Jungtiere nicht weiter zu versorgen – Rehkitze oder Hasen, die besonders oft eingesammelt werden, können auch noch nach bis zu 48 Stunden nach Aufnahme zurückgebracht werden. Dabei sollte fachkundiger Rat, z. B. beim Tierschutzverein, eingeholt werden.
Prinzipiell aber gilt: Ist ein Jungtier eindeutig nicht in der Lage – auch nicht durch eine eventuelle Zufütterung vor Ort – allein zu überleben, ist rasche Hilfe notwendig und richtig. Allerdings sollten sich keinesfalls Laien daran versuchen, ein Jungtier zu päppeln oder ein offensichtlich krankes Tier zu behalten. Vielmehr sollte sofort eine spezielle Auffangstation für Wildtiere kontaktiert werden, die das Tier aufnehmen kann. Auch die Auswilderung der Tiere muss so vorgenommen werden, dass die Tiere eine reelle Chance haben, um sich in freier Natur zu behaupten. In keinem Fall sollten Wildtiere in Privathaushalten bleiben. Die Aufzucht in Menschenhand ist immer die Notlösung.
Das Tier-, Natur- und Jugendzentrum des Deutschen Tierschutzbundes in Weidefeld (Schleswig-Holstein) dient unter anderem als Auffangstation für beschlagnahmte oder verletzte Wildtiere. Dort kümmert man sich professionell um solche tierischen „Problemkinder“.

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbundes e.V. vom 17.10.2011

Jetzt im Herbst sorgen sich Tierfreunde vermehrt um Igel, die in Gärten und der freien Natur noch auf Futtersuche sind. Die Tiere brauchen aber nur in Ausnahmefällen menschliche Hilfe, darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Ansonsten kann eine gutgemeinte Hilfe mehr schaden als sie nützt, denn oftmals werden die Igel aus ihrer natürlichen Umgebung herausgerissen oder aufgenommene Tiere falsch versorgt. Tierfreunde sollten sich zunächst beim Tierarzt oder dem örtlichen Tierschutzverein informieren, bevor sie einen Igel möglicherweise vorschnell in Pflege nehmen.

Jahrelang war man sehr schnell bereit, Igel, die nicht rechtzeitig in den Winterschlaf fielen, in menschliche Obhut zu nehmen, um sie aus vermeintlicher Todesgefahr zu retten. Heute weiß man: Nicht jeder Igel braucht im Herbst unsere Hilfe – aber jede Hilfe muss richtig sein. Grundsätzlich gehören Wildtiere in die Natur und nicht in Menschenhand. Für einen gesunden Igel ist es immer besser, im Freien statt in Gefangenschaft zu überwintern. Darum dürfen auf keinen Fall Igel, die ihr Überwinterungsgewicht erreicht haben oder noch erreichen können, mitgenommen werden. Wirklich hilfsbedürftige Igel sind etwa daran zu erkennen, dass sie tagsüber unterwegs sind, abgemagert erscheinen und sich apathisch verhalten. Auch Igel, die bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke noch draußen herumlaufen, sind meistens geschwächt oder krank. Hilfestellungen bieten die örtlichen Tierheime. Bei Anrufen Rat suchender Igelfinder helfen die Vereine bei der Einschätzung und richtigen Beratung zur Versorgung der Tiere.

Igelfreundlicher Garten

Wer als Gartenbesitzer mehr für die Igel tun möchte, kann das im Herbst anfallende Laub in den Anlagen und auf den Beeten liegen lassen. Dieser natürliche „Mantel“ dient vielen Insekten als Winterquartier. Ein igelgerechter Garten hat darüber hinaus Durchgänge zu anderen Gärten, denn Igel durchstreifen auf ihrer Nahrungssuche große Gebiete. Als Umzäunung gut geeignet sind Hecken und Jägerzäune. Dichte Hecken und Gebüsche gehören ebenso zu dem von Igeln bevorzugten Unterschlüpfen wie Reisig- oder Laubhaufen sowie Hohlräume zwischen Holzstapeln, unter Gartenhäuschen, Schuppen, Treppen, zwischen Steinhaufen und alten Baumwurzeln. Hier können sich die Stachelritter ein geschütztes warmes Nest anlegen und so den Winter ganz einfach verschlafen.

Weitere Informationen sowie auch die Broschüre „Igelschutz“ zum Download finden Sie unter: www.tierschutzbund.de/igelschutz.html

Der Tierschutzverein Unna bittet Autofahrer um Vorsicht

Die Gefahren, die der Frühling insbesondere für wild lebende Tier mit sich bringt, werden von Autofahrern vielfach unterschätzt. Vor allem Tiere, deren Lebensraum von Straßen durchschnitten ist, werden im Frühjahr häufig Opfer von Verkehrsunfällen. Neben wandernden Kröten sind insbesondere Rehe und Wildschweine, aber auch viele Vögel und Kleinsäuger wie Hasen, Marder und Füchse betroffen.

Mit steigenden Tagestemperaturen beginnt die alljährliche Krötenwanderung. Insbesondere Erdkröten, aber auch zahlreiche andere Amphibien wie Spring- und Grasfrösche, Molche und Salamander, wandern jetzt zu Tausenden innerhalb weniger Wochen von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Eine erhebliche Gefahr geht dabei vom Autoverkehr aus. Beim überqueren der Straßen, die ihre natürlichen Wanderrouten kreuzen, sterben zahlreiche Tiere. Der Tierschutzverein Unna e.V. appelliert daher an alle Autofahrer, Rücksicht auf die Tiere zu nehmen. Insbesondere in der Dämmerung und bei feuchter Witterung sollten Autofahrer besonders vorsichtig sein, auf Hinweisschilder achten und das Tempo drosseln.

Vorsicht ist nicht nur in Gegenden geboten, in denen Kröten wandern, sondern in allen Regionen, in denen Wälder und Felder von Straßen durchzogen sind. Hier können Rehe, Wildschweine und Füchse, aber auch viele in Deutschland heimische Kleinsäuger die Straßen kreuzen. Alljährlich werden allein mehr als 200.000 Rehe und Hirsche und weit über 20.000 Wildschweine durch Unfälle im Straßenverkehr getötet. Die Opferzahlen bei Vögeln und Kleinsäugern wird um ein Vielfaches höher geschätzt. Das immer dichter werdende Straßennetz und der insgesamt zunehmende Straßenverkehr werden vielen wild lebenden Tieren zum Verhängnis, Auch Marder, Feldhasen und andere Kleinsäuger werden bei dem Versuch, die Straßen zu überqueren, um zu Futterstellen oder in ihren Bau z u gelangen, von Fahrzeugen erfasst.

Während vereinzelt auf Massenwanderungen von Erdkröten mit der Sperrung besonders betroffener Straßen oder der Errichtung von Krötenzäunen, -tunneln reagiert wird, können wild lebende Säuger nur unzureichend durch Zäune geschützt werden.

Damit alle diejenigen, die es gut mit ihrem Tier meinen, nicht auf den Urlaub verzichten müssen, startet der Deutsche Tierschutzbund auch in diesem Jahr seine inzwischen bewährte, kostenlose Urlaubs-Hilfe ‚Nimmst Du mein Tier, nehm ich Dein Tier.‚

Der Tierschutzverein Unna e.V. führt Tierhalter zusammen, die im gegenseitigen Tausch ein Tier während des Urlaubs versorgen. Das heißt: Ein Tierbesitzer kann mit ruhigem Gefühl seine Urlaubsreise antreten; denn er weiß, dass sein Tier gut versorgt ist. Umgekehrt wird er dann mit der gleichen Zuwendung und Tierliebe das Tier des anderen während dessen Urlaub betreuen.

Eine wichtige Voraussetzung ist die ordnungsgemäße Schutzimpfung und eine vorhandene Haftpflichtversicherung für die Tiere.

Den Service, die passenden Tierhalter zusammenzubringen, bietet der Tierschutzverein Unna auch Tierfreunden an, die nicht Mitglied im Verein sind. Gesucht werden aber auch Tierfreunde, die ihr Tier selber nicht in Pflege geben müssen, aber gerne bereit sind, das Heimtier eines anderen zu versorgen.

Die Urlaubs-Hilfe-Aktion beginnt ab sofort, denn die Erfahrung zeigt, dass immer mehr Menschen schon im Frühjahr ihren Sommerurlaub planen und buchen. Interessenten melden sich bitte beim Tierschutzverein Unna e.V., Telefon 02303-62765 werktags in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr. Die Angaben werden vom Tierschutzverein selbstverständlich vertraulich behandelt.

Der Tierschutzverein Unna hält darüber hinaus für alle interessierten Tierhalter kostenlos eine umfassende handliche Ratgeber-Broschüre bereit: ‚Tier & Urlaub. Halter von Hunden, Katzen, Vögeln und Kleintieren erfahren hier, ob das Heimtier mit auf Reisen gehen oder besser zu Hause bleiben sollte, und wie es in diesem Fall betreut werden müsste. Zahlreiche Checklisten helfen dem Tierfreund, seinen Urlaub gut vorzubereiten und dabei vor allem auch an das Wohl seines Tieres zu denken.

Das Poster gibt es kostenlos beim Tierschutzverein Unna e.V., Am Stuckenberg 1, 59427 Unna-Massen (während der Öffnungszeiten mittwochs und freitags von 16 bis 18.00 Uhr oder samstags von 10.00 bis 12.00 Uhr).

Von Anfang Mai bis Mitte September hat der Deutsche Tierschutzbund zusätzlich ein Urlaubs-Beratungs-Telefon eingerichtet. Wer Fragen hat zum Thema ‚Tier und Urlaub, wählt 0228 60496-27.

Exotische Tiere oder die aus ihnen hergestellten Souvenirs sind beliebte Urlaubsmitbringsel. Der Deutsche Tierschutzbund weist deutsche Urlauber daher auf die damit verbundenen Tier- und Artenschutzprobleme hin. Viele Tier- und Pflanzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht, so der Verband in Bonn. Die Einfuhr exotischer Tierarten oder aus ihnen hergestellten Taschen, Gürtel oder Andenken verschärften somit ein massives Tierschutzproblem.

Die Einfuhrzahlen von Wildtieren oder Exoten befinden sich seit Jahren auf hohem Niveau. Immer wieder bringen auch Touristen unerlaubte Mitbringsel aus dem Urlaub mit. Darunter sind Korallen, Orchideen, Elfenbeinschnitzereien, Tierfelle und Lederwaren aus Schlangen- oder Krokodilleder. Viele dieser Produkte werden bei der Rückkehr dann vom Zoll beschlagnahmt, weil die Bestimmungen des internationalen Artenschutzrechtes nicht beachtet wurden. Manchmal werden sogar lebende Tiere, wie Schlangen oder Ziervögel, von Urlaubern im Gepäck mitgeführt.

Allein der Flughafenzoll in Frankfurt deckte im letzten Jahr mehr als 500 Fälle der illegalen Einfuhr geschützter Tiere, Pflanzen und deren Erzeugnisse auf. Neben Händlern und Sammlern führen auch immer wieder Touristen solche Tiere oder Produkte ein. Insgesamt beschlagnahmte der Frankfurter Flughafenzoll fast 12.000 Einzelexemplare, darunter knapp 5.000 lebende Tiere. Nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes ist dies allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer läge erheblich höher. Dazu komme, dass bei Reptilien, Amphibien, Vögeln oder Zierfischen bis zu 90 Prozent der gefangenen Tiere bereits sterben, bevor sie ihr Herkunftsland überhaupt verlassen hätten. Brutale Fangmethoden und unwürdige Haltungsbedingungen in den Ursprungsländern sind an der Tagesordnung, so der Verband in Bonn.

Die Tierschützer rufen daher Urlauber dazu auf, sich generell nicht an diesem tierquälerischen Geschäft und dem damit verbundenen Raubbau an der Natur zu beteiligen. Auch wenn jeder Fall für sich meist ein relativ kleines Delikt darstelle, so müsse angesichts der Menge der Verstöße von einem erheblichen Tier- und Artenschutzproblem gesprochen werden. Auch zu Hause könnten Tierfreunde aktiv zum Artenschutz beitragen, indem sie auf den Kauf exotischer Tiere verzichten.

Der Deutsche Tierschutzbund spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Exoten im Privathaushalt aus. Weitere Hinweise zu entsprechenden Artenschutz- und Einfuhrregelungen können auch beim Zoll oder dem Bundesamt für Naturschutz eingeholt werden.

Die Osterzeit ist eine ganz besondere Zeit. Jeder freut sich auf den Frühling und auf das Fest. Eier werden bemalt und die Zimmer mit frischem Grün geschmückt. In den Küchen laufen die Vorbereitungen für das leckere Osteressen und aus den Backöfen duftet das Aroma der Osterkränze oder Festtagskuchen.
Dass man gerade in dieser Zeit auch sehr viel für das Wohl der Tiere tun kann, wird dabei leicht übersehen.
  • Färben Sie Ihre Eier selber. Dann können Sie sicher sein, dass sich unter der bunten Bemalung kein Ei aus der tierquälerischen Käfighaltung verbirgt.
  • Bei der Wahl des Osteressens können Sie sich auf vegetarische Köstlichkeiten besinnen oder auf artgerechte Haltungsformen achten.
  • Für den Osterkranz oder die Festtagstorte kaufen Sie Eier aus artgerechter Tierhaltung – kein Ei mit der 3 als erster Ziffer auf dem Stempel. Diese Eier stammen aus der tierquälerischen Käfighaltung
  • Beim Kauf von Kosmetika als Geschenk wählen Sie Produkte aus tierversuchsfreier Herstellung.
Sie als Verbraucher haben die Macht, Dinge zu verändern.