Katze saß tagelang im Schnee fest

Wochenlang schien sich das Tier lieber im Freien aufzuhalten als daheim bei seinem Halter. Zuletzt saß ‚Flocke‚ mehrere Tage auf einem Dach am Massener Hellweg, bis Nachbarn endlich Alarm schlugen und der Tierschutzverein sie aus ihrem Leiden rettete.

Zu diesem Zeitpunkt war die Katze bereits stark abgemagert. Sie litt an einer Magenentzündung. Ernährt hatte sie sich in ihren Tagen auf dem Dach, indem sie Schnee fraß und an zwei steifgefrorenen Frettchen herumknabberte, die auf dem Balkon des Halters lagen.

Bemerkenswert dabei schien, dass Flocke dieses Leben selbst gewählt hatte. Renate Raulf vom Tierschutzverein Unna spricht davon, dass das Tier vollkommen panisch auf seinen eigenen Halter reagiert habe. Als die Vereinsmitglieder zusammen mit dem jungen Mann den ersten Rettungsversuch starteten, suchte Flocke mit der Kraft der Verzweiflung nochmals das Weite. Erst nachdem der Mann weggeschickt worden war, habe sich Flocke ganz zahm einfangen lassen. Nachbarn unterstützten die Aktion zwar mit einer Leiter. Letztlich ließ sich das Tier aber einfach in ein Dachfenster locken.

Hintergrund der Aktion ist offenbar ein Fall von Tiermisshandlung. Wie Renate Raulf berichtet, sei der junge Mann bereits ins Visier des Kreisveterinäres geraten. Zwei Babykatzen in seinem Haus habe er dem Tierschutzverein deshalb anstandslos übergeben. Inzwischen sei der Mann abgetaucht. Nun droht ihm eine Strafanzeige.

Flocke hingegen ist wieder auf dem Weg der Besserung. Sie wird zurzeit in der Auffangstation des Tierschutzvereines aufgepäppelt und hat nach Einschätzung von Renate Raulf gute Chancen, wieder auf die Beine zu kommen.

Quelle: Hellweger Anzeiger, Unna 13.01.2009