Exotische Souvenirs – Deutscher Tierschutzbund weist Urlauber auf die Problematik tierischer Mitbringsel hin

Exotische Tiere oder die aus ihnen hergestellten Souvenirs sind beliebte Urlaubsmitbringsel. Der Deutsche Tierschutzbund weist deutsche Urlauber daher auf die damit verbundenen Tier- und Artenschutzprobleme hin. Viele Tier- und Pflanzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht, so der Verband in Bonn. Die Einfuhr exotischer Tierarten oder aus ihnen hergestellten Taschen, Gürtel oder Andenken verschärften somit ein massives Tierschutzproblem.

Die Einfuhrzahlen von Wildtieren oder Exoten befinden sich seit Jahren auf hohem Niveau. Immer wieder bringen auch Touristen unerlaubte Mitbringsel aus dem Urlaub mit. Darunter sind Korallen, Orchideen, Elfenbeinschnitzereien, Tierfelle und Lederwaren aus Schlangen- oder Krokodilleder. Viele dieser Produkte werden bei der Rückkehr dann vom Zoll beschlagnahmt, weil die Bestimmungen des internationalen Artenschutzrechtes nicht beachtet wurden. Manchmal werden sogar lebende Tiere, wie Schlangen oder Ziervögel, von Urlaubern im Gepäck mitgeführt.

Allein der Flughafenzoll in Frankfurt deckte im letzten Jahr mehr als 500 Fälle der illegalen Einfuhr geschützter Tiere, Pflanzen und deren Erzeugnisse auf. Neben Händlern und Sammlern führen auch immer wieder Touristen solche Tiere oder Produkte ein. Insgesamt beschlagnahmte der Frankfurter Flughafenzoll fast 12.000 Einzelexemplare, darunter knapp 5.000 lebende Tiere. Nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes ist dies allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer läge erheblich höher. Dazu komme, dass bei Reptilien, Amphibien, Vögeln oder Zierfischen bis zu 90 Prozent der gefangenen Tiere bereits sterben, bevor sie ihr Herkunftsland überhaupt verlassen hätten. Brutale Fangmethoden und unwürdige Haltungsbedingungen in den Ursprungsländern sind an der Tagesordnung, so der Verband in Bonn.

Die Tierschützer rufen daher Urlauber dazu auf, sich generell nicht an diesem tierquälerischen Geschäft und dem damit verbundenen Raubbau an der Natur zu beteiligen. Auch wenn jeder Fall für sich meist ein relativ kleines Delikt darstelle, so müsse angesichts der Menge der Verstöße von einem erheblichen Tier- und Artenschutzproblem gesprochen werden. Auch zu Hause könnten Tierfreunde aktiv zum Artenschutz beitragen, indem sie auf den Kauf exotischer Tiere verzichten.

Der Deutsche Tierschutzbund spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Exoten im Privathaushalt aus. Weitere Hinweise zu entsprechenden Artenschutz- und Einfuhrregelungen können auch beim Zoll oder dem Bundesamt für Naturschutz eingeholt werden.